Soziale Ungleichheit und kulturelle Vielfalt in europäischen Städten
Dokumentation des transdisziplinären Symposiums am 14./15. Oktober 2010
Aktion & Reflexion Heft 7
Gerald Faschingeder, Sarah Habersack, Andreas Novy, Simone Grosser (Hrsg.)
Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Juli 2012.
Aktion&Reflexion_Heft-7.pdf (1016.72 KB)
Die Fertigstellung und Publikation der Dokumentation des Transdisziplinären Symposiums haben sich aufgrund der Dichte der Aktivitäten im Projekt "Ungleiche Vielfalt" zwar etwas verzögert, dies tut jedoch der Aktualität der Fragestellungen keinen Abbruch.Europäische Städte stehen noch immer durch zunehmende soziale Ungleichheit und kultureller Vielfalt vor großen Herausforderungen. Mechanismen, die Gesellschaft organisiert und sozialen Zusammenhalt in Städten ermöglicht haben, verlieren an Einfluss und werden in Frage gestellt. Das komplexe Zusammenspiel von städtischer, nationaler, europäischer und globaler Ebene, verstärkt durch die derzeitige Wirtschaftskrise, lässt lokale Akteure diese Herausforderungen besonders spüren.
Welche Art von Wissen und Kooperationen brauchen lokale Akteure, um handlungsfähig zu sein und die Entwicklung europäischer Städte aktiv zu gestalten? Welche Rolle kann Forschung dabei spielen und wie müssen Kooperationen zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft künftig gestaltet werden, um durch gesellschaftlich relevantes Wissen, Handeln zu ermöglichen? Dies waren die Leitfragen des transdisziplinären Symposiums, die anhand von Beispielen aus der transdisziplinären Forschung an der Schnittstelle Stadtentwicklung, Bildung und Transkulturalität diskutiert wurden. Die verschiedenen Antwortvorschläge, die dabei vorgetragen wurden, finden sich nun in diesem Band zum Nachlesen.
Grenzüberschreitungen.
Partizipative Methoden im Projekt "Ungleiche Vielfalt"
Aktion & Reflexion Heft 6
Katharina Auer
Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Juni 2011.
Aktion&Reflexion_Heft-6.pdf (273.97 KB)
Der Fokus dieses Aktion & Reflexion Hefts ist eine projektbegleitende Analyse der partizipativen Methoden im Projekt Ungleiche Vielfalt. Dabei wird Partizipation umfassend verstanden ein Zugang, der über die Rolle von Partizipation im Forschungsprozess hinausgeht und auch die epistemologischen Grundlagen und somit den Anspruch an partizipatives Wissen miteinbezieht. Dazu muss der Begriff kritisch betrachtet und um den Aspekt der Macht erweitert werden. Wer nimmt woran teil? Zu welchem Zweck? sind Fragen, die zu berücksichtigen sind, um der Gefahr zu entgehen, Partizipation als leere Worthülle zu instrumentalisieren. Aus diesem Grund geht die Analyse vom Konzept des powercube aus, entwickelt von John Gaventa am Institute for Development Studies. In der Analyse des Projekts Ungleiche Vielfalt aus Sicht des powercube treten bestimmte Felder in den Vordergrund, während andere sich als nicht relevant erweisen. Folgende Forschungsfragen bearbeitet die Studie:
Wie ist die Kohärenz von Form und Inhalt des Projektes" Vielfalt der Kulturen ungleiche Stadt zu bewerten? Werden Methoden eingesetzt, die der Absicht der Erweiterung der Handlungsspielräume gerecht werden?
Welche Art von Wissen wird für wen durch das Projekt geschaffen?
Welche neuen Perspektiven für Denken und Handeln eröffnet das Projekt für alle Beteiligten?
Ungleiche Vielfalt der Mobilität
Aktion & Reflexion Heft 5
Gerald Faschingeder, Andreas Novy, Sarah Habersack, Simone Grosser
Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, März 2010.
Aktion&Reflexion_Heft-5.pdf (986.79 KB)
Das Heft bietet eine erste Auseinandersetzung mit dem Begriff der Mobilität - Jahresthema des Projekts "Ungleiche Vielfalt" für 2010. Mobilität ist im Sinne Paulo Freires ein generatives Wort, da es für alle am Projekt Beteiligten einen zentralen Stellenwert einnimmt und zahlreiche Widersprüche in sich fasst. Neben einer geschichtlichen Auseinandersetzung zum Begriff und zum Phänomen Mobilität steht der dialektische Zusammenhang zwischen räumlicher und sozialer Mobilität im Mittelpunkt. Das Zusammenspiel der verschiedenen Aspekte von Bewegung in Raum und Gesellschaft erfordert eine Denkweise, die vermeintliche Widersprüche verbindet, denn jede Form der Mobilität steht mit anderen in Verbindung und gerade das Zusammenspiel im Sinne einer Häufung von großer oder geringer, freiwilliger und erzwungener Mobilität in ihren räumlichen und sozialen Dimensionen ist für das Forschungsprojekt bedeutsam. Im Fokus steht die Beziehung von Mobilität und Freiheit, d.h. der Möglichkeit, den Status Quo zu verändern und Neues zu schaffen - für sich und in der Gesellschaft.
Methodologie transdisziplinärer Entwicklungsforschung
Aktion & Reflexion Heft 2
Andreas Novy, Barbara Beinstein, Christiane Voßemer
Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Oktober 2008.
Aktion&Reflexion_Heft-2.pdf (767.13 KB)
Dieser Artikel bietet einen Einstieg für Feldforschungen zum Themenfeld Entwicklungsforschung, die die Trennung von Objekten und Subjekten der Forschung überwinden wollen. In einem ersten Teil werden drei verschiedene Zugänge zum Themenfeld Entwicklungsforschung dargestellt, wobei der Ansatz betont wird, der eine breitere, auch Europa und die USA integrierende Sichtweise von Entwicklungsforschung verfolgt. Der zweite Teil widmet sich der interpretativen Sozialforschung und hierbei den beiden Methoden der teilnehmenden Beobachtung und des ero-epischen Gesprächs. Dabei wird die Variante von interpretativer Sozialforschung betont, die als Teamarbeit und im Rahmen einer kumulativ-zirkulären Forschung organisiert ist. Hinzu kommen praktische Hilfestellungen für Forschende, die mit diesem Forschungszugang noch nicht vertraut sind. Der dritte Teil widmet sich der Transdisziplinarität als einem Forschungsprogramm, das Wissen über die Mauern der Universität hinaus organisiert, indem es das Erfahrungswissen der Akteurinnen vor Ort aktiviert und in den Lern- und Forschungsprozess einbringt. Auch in diesem Kapitel, in dem es um die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft geht, werden neben grundlegenden Überlegungen zur Organisation der Forschung praktische Hinweise für transdisziplinäres Forschen gegeben.
Dialog oder Konflikt der Kulturen?
Aktion & Reflexion Heft 1
Andreas Novy, Lukas Lengauer, Anna Kaissl, Melanie Wawra, Jennifer Ziegler
Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Oktober 2008.
Aktion&Reflexion_Heft-1.pdf (230.90 KB)
Kultur ist nicht nur im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 in aller Munde, und doch bleibt der Gehalt des Begriffs häufig schwer fassbar und verschwommen. Im Zuge des Projekts "Hauptschule trifft Hochschule" entstanden, bietet dieser Artikel Überblick über Konzepte, Theorien und Analysen, um das komplexe Themenfeld Kultur zu begreifen. Ausgehend von einem Panorama zentraler Definitionen des Begriffes, kreisen die hier diskutierten Ansätze und Thesen um die Opposition von Dialog und Kampf der Kulturen. In einem kritischen Schweifzug durch Diskurse über Kultur(en) werden sowohl Konzepte wie Multi-, Inter- und Transkulturalität, als auch die kulturalistischen Thesen von Samuel Huntington beleuchtet, wobei die AutorInnen letztere auf der Basis von Konzepten wie Orientalismus, Hybridität und Übersetzung problematisieren. Die Auseinandersetzung mit Daten des 2. Österreichischen Migrations- und Integrationsberichtes 2001-2006 ermöglicht außerdem eine Verbindung zwischen diesen theoretischen Ansätzen und der österreichischen Situation im Hinblick auf Formen von Konflikt und Dialog der Kulturen herzustellen.