Sprachensiegel 2011 für die KMS 18

Am 7. Oktober 2011 wurde im Palais Niederösterreich in der Herrengasse das Europäische Sprachensiegel verliehen. Die vielversprechendsten Projekte zur Förderung und Lehre von Fremdsprachen im deutschsprachigen Raum erhielten eine Auszeichnung, darunter auch die KMS 18.
Caroline Triml | 21.11.2011
061__20111007_o_preview.JPGGöksel Yilmaz, Gerda Reißner, Erika Tiefenbacher (KMS 18) und Karlheinz Töchterle

Mit Sprache/n an Beruf und Gesellschaft aktiv teilnehmen war das Thema der Konferenz, die seit 1997 jährlich mit großem Engagement von zahlreichen Mitwirkenden organisiert wird. TeilnehmerInnen waren neben Lehrenden, StudentInnen und SchülerInnen auch Firmen, NGO´s und VertreterInnen aus Berufs- und Erwachsenenbildung aus Deutschland sowie dem deutschsprachigen Raum Belgiens und Österreich. Eine interessante Round Table Diskussion zwischen verschiedenen Ministern und die Verleihung der Auszeichnungen stand im Zentrum des Events der Nationalagentur Lebenslanges lernen der OeAD-GmbH.

Mit Sprachkompetenz in die berufliche Zukunft

Mehrsprachigkeit ist ein zentrales Thema im 21. Jahrhundert - nicht nur durch Staatengemeinschaften wie die Europäische Union und die Relevanz internationaler Zusammenarbeit. Das Auftreten in einer globalen Welt und die dazu erforderliche interkulturelle Kompetenz sind von großer Bedeutung in unserer Zeit. Dies möchte die Europäische Kommission mittels des ausgeschriebenen Wettbewerbs fördern, mit dem Ziel zur Nachahmung anzuregen und das Interesse am Erlernen von Fremdsprachen zu wecken. Die Fähigkeit, mehrere Sprachen zu sprechen, stärke die grenzüberschreitende Mobilität der BürgerInnen und somit die Wirtschaft Europas und lasse die Bevölkerung beruflich flexibler werden.

Kindheit, Migration, Arbeitsmarkt eine spannende Diskussion

Die Round Table Diskussion fand unter anderen zwischen dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz Bernd Althusmann, Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Karlheinz Töchterle sowie dem Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch, statt.  Althusmann verwies auf die Wichtigkeit der Einbindung von MigrantInnen in den Arbeitsmarkt. Er merkte an, dass momentan bereits von einem 30-prozentigen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in Schulen ausgegangen wird. Verständlich, dass das Thema auch deswegen eine enorme Rolle spielt. Am intensivsten würden Kinder zwischen null und zehn Jahren lernen, besonders bei Vierjährigen beobachte man enorme Lernerfolge, wie Althusmann erklärte. Hierfür seien geeignete Konzepte gefragt, wobei in Deutschland gerade die Debatte darüber laufe, wie früh das Erlernen einer Fremdsprache organisiert werden solle. Auch die Kompetenz der Erstsprache sei von unerlässlichem Wert für das Erlernen einer weiteren Sprache. Heutzutage sei es außerdem normal, mindestens eine Drittsprache zu erlernen, die Zweitsprache sei bereits Voraussetzung, wie der Geschäftsführer der OeAD-GmbH, Hubert Dürrstein, in seiner Eröffnung anmerkte. Viel Kontakt und gute Kooperation mit allen Nachbar- und Mitgliedsländern sei außerdem besonders effektiv für die Bildungspolitik, ergänzte der belgische Minister Paasch.  
Vor allem aber umfasse die Ausarbeitung geeigneter und effizienter Bildungskonzepte enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen, von der Neurowissenschaft bis hin zu den Sprachwissenschaften, woran Karlheinz Töchterle erinnerte. Je mehr Sprachen man als Individuum beherrsche, desto souveräner könne man sein. Hierfür sei ein breites Portfolio an Maßnahmen notwendig und vor allem LehrerInnen seien aufgerufen, ihren Fokus auf diese zu richten. Bekanntlich sei man hierbei noch lange nicht am Ziel.

Verleihung des Sprachensiegels

Nach der interessanten Diskussion wurden neun Projekte aus den deutschen Bundesländern, sieben aus Österreich und zwei aus Belgien prämiert. Die erste Auszeichnung im österreichischen Raum ging an die Kooperative Mittelschule 18, bei deren Arbeit die Vorbereitung junger Menschen auf das Arbeitsleben im Mittelpunkt stand. Das prämierte Projekt Lebensperspektiven entstand im Rahmen von Ungleiche Vielfalt und unterstützt SchülerInnen der 3. und 4. Klasse auf innovative und unkonventionelle Weise bei ihrer Berufsentscheidung.

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Nina Borufka (Diplomandin Ungleiche Vielfalt), Christine Schwarzgruber (Diplomandin zum Projekt "Lebensperspektiven"), Gerda Reißner (Lehrerin KMS 18).


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